Brandverhütung bei Heissarbeiten

Die vielen brennbaren Materialien und oftmals älteren Gebäude führen zu einer hohen Brandgefahr in Landwirtschaftsbetrieben. Wir zeigen, worauf auftraggebende Landwirtschaftsbetriebe und ausführende Handwerksbetriebe bei Heissarbeiten achten müssen.

Ein Mann arbeitet mit einem Winkelschleifer
Top 3 Brandverhütungs-Tipps
  • Alle Brandgefahren ermitteln.
  • Arbeitsplatz sicher gestalten. 
  • Während und nach den Arbeiten den Arbeitsplatz überwachen.

Die BFB und der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) haben praxisnahe Empfehlungen für auftraggebende Landwirtschaftsbetriebe sowie für ausführende Handwerksbetriebe aufbereitet. 

Informationen für auftraggebende Landwirtschaftsbetriebe

Auf die folgenden Punkte müssen Landwirtschaftsbetriebe bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachkontrolle von Heissarbeiten achten:

Auftragsvergabe

  • Wählen Sie kompetente Firmen mit Erfahrung bei Aufträgen in Landwirtschaftsbetrieben.
  • Fordern Sie die Einhaltung des VKF-Brandschutzmerkblattes 2008-15 «Brandverhütung auf Baustellen» (insbesondere Kapitel 10 und 11) ein. Zum Merkblatt:  www.bfb-cipi.ch/baustellen

Vorbereitung der Arbeiten

  • Mögliche Brandgefahren am Arbeitsort ermitteln, z.B. Stroh, Heu, Staub, Schwemmkanal/Güllelager und
    weitere leicht brennbare Materialien wie Futtersäcke, Dünger
  • Brennbares Material vom Arbeitsort entfernen (bis 10 m Funkenflug, auch in die Höhe)
  • Arbeitsort reinigen. Staub, Spinnweben etc. entfernen
  • Güllearbeiten (Rühren, Umspülen, Ausbringen) nicht vor und während Heissarbeiten ausführen
  • Schwemmkanäle / Spaltenböden abdecken
  • Behälter zur Abfallentsorgung bereitstellen
  • Betriebliches Notfallkonzept prüfen und aktualisieren: Verfügbarkeit von Notrufnummern und Löschmitteln,
    Bedarf an zusätzlichen Löschmitteln, Zugang für Rettungskräfte
  • Zuständige Ansprechperson des Betriebs für die Fremdfirma festlegen und Erreichbarkeit sicherstellen

Vor Beginn der Heissarbeiten

  • Auftragnehmende über die Brandgefahren am Einsatzort informieren
  • Notfallkonzept erklären: Notrufnummern, Standort Löschmittel, Fluchtwege, Standort Montagefahrzeuge festlegen, evtl. Rettungsplan aufhängen
  • Bei Bedarf zusätzliche Löschmittel / Wasseranschluss am Arbeitsort bereitstellen
  • Rückmeldung an zuständige Ansprechperson bei Abschluss der Heissarbeiten vereinbaren

Während der Heissarbeiten

  • Brandverhütungsmassnahmen überwachen

Nach Arbeitsabschluss

  • Arbeitsplatz reinigen, Abfälle korrekt entsorgen
  • Nach Heissarbeiten in Landwirtschaftsbetrieben muss eine Brandwache eingesetzt werden, bis keine Brandgefahr mehr besteht. Bei Arbeiten mit offener Flamme dauert die Brandwache mind. 4 Stunden, nach funkenbildenden Arbeiten mind. 2 Stunden. Alternativ kann der Arbeitsbereich mit einer Wärmebildkamera auf Hitze und Glutnester überprüft werden

Informationen für auftragnehmende Handwerksbetriebe

Auf die folgenden Punkte müssen auftragnehmende Handwerksbetriebe bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachkontrolle von Heissarbeiten achten:

Generell gilt

  • Nur sichere, geeignete, korrekt gewartete und geprüfte Arbeitsmittel einsetzen
  • Nicht brennbares Abdeckmaterial bzw. spezielle Hitzeschutz-/Spritzschutzdecken und mobile Löschmittel gehören zur Basisausrüstung bei Heissarbeiten
  • Arbeitsorganisation optimieren: Heissarbeiten möglichst zu Beginn der Arbeitseinsätze einplanen
  • Das VKF-Brandschutzmerkblatt 2008-15 «Brandverhütung auf Baustellen» beachten (insbesondere Kapitel 10 und 11). Zum Merkblatt:   ww.bfb-cipi.ch/baustellen

Vor Beginn der Heissarbeiten

  • Informationen über Brandgefahren am Arbeitsort beim Betrieb erfragen
  • Absprache bezüglich Überwachung nach Abschluss der Heissarbeiten treffen
  • Arbeitsort auf Brandgefahren überprüfen
  • Brennbares Material vom Arbeitsort entfernen oder abdecken (bis 10 m Funkenflug, auch in die Höhe)
  • Arbeitsort reinigen. Staub, Spinnweben etc. entfernen
  • Schwemmkanäle / Spaltenböden abdecken
  • Falls nicht vorhanden: Behälter zur Abfallentsorgung bereitstellen
  • Genügend geeignetes Löschmittel in Griffnähe halten
  • Fluchtwege freihalten. Diese nicht als Materialdepot nutzen
  • Notrufnummern bereithalten, z.B. über Smartphone-App EchoSOS

Während der Heissarbeiten

  • Für gute Belüftung und Rauchabzug sorgen
  • Richtung des Funkenflugs beachten
  • Bei ungewöhnlichen Situationen (übermässiger Rauch, verdächtiger Geruch, Überhitzung): sofortiger Arbeitsstopp, danach Ursache klären und beheben. Information an zuständige Person des Betriebs

Nach Arbeitsabschluss

  • Arbeitsbereich reinigen, Abfälle korrekt und brandsicher entsorgen
  • Betriebsleiter/-in oder verantwortliche Person über das Ende der Heissarbeiten informieren
  • Nach Heissarbeiten in Landwirtschaftsbetrieben muss eine Brandwache eingesetzt werden, bis keine Brandgefahr mehr besteht. Bei Arbeiten mit offener Flamme dauert die Brandwache mind. 4 Stunden, nach funkenbildenden Arbeiten mind. 2 Stunden. Alternativ kann der Arbeitsbereich mit einer Wärmebildkamera auf Hitze und Glutnester überprüft werden.

Flyer zum Herunterladen

Gemeinsam für mehr Sicherheit in der Landwirtschaft

Diese Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) erstellt.

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