Wenn Asche Brände auslöst
Ob beim Grillabend im Garten oder am Kamin an kalten Tagen – Feuer wird das ganze Jahr über genutzt. Doch die Brandgefahr endet nicht mit dem Erlöschen der Flammen. In der Asche können sich Glutnester über viele Stunden, teilweise sogar über mehrere Tage hinweg, halten.
Wenn die Asche zu früh entsorgt oder ungeeignet gelagert wird, kann sie erneut Feuer entfachen und erhebliche Schäden verursachen. Polizeimeldungen aus verschiedenen Schweizer Kantonen zeigen immer wieder, wie aus einer kleinen Unachtsamkeit ein Brand entstehen kann. Die folgenden Beispiele verdeutlichen typische Szenarien und ihre Folgen.
Brände an Wohnhäusern und Fassaden
Brände, die durch heisse Asche ausgelöst werden, entstehen besonders häufig in der unmittelbaren Nähe von Wohnhäusern. Oft wird Asche in Behältern auf Terrassen, an Hauswänden oder in der Nähe von Holzlagern gelagert. Befinden sich in der Asche noch Glutreste, kann sich das Feuer unbemerkt entwickeln und auf die umliegenden brennbaren Materialien übergreifen. Hier ein paar Beispiele:
Sirnach: Brand einer Fassade
Kurz nach 4 Uhr ging bei der Kantonalen Notrufzentrale die Meldung wegen einer brennenden Holzbeige an einer Hausfassade an der Erlimattstrasse ein. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte das Feuer bereits auf die Fassade übergegriffen. Die Feuerwehren Sirnach und Münchwilen löschten den Brand, verletzt wurde niemand. Es entstand Sachschaden von mehreren zehntausend Franken.
Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau steht eine unsachgemässe Entsorgung von Asche als Brandursache im Vordergrund.
Quelle: Kantonspolizei Thurgau
Balgach: Brand auf Terrasse wegen heisser Asche
Ein 81-jähriger Hausbewohner deponierte um rund 14 Uhr vermeintlich kalte Kaminasche in einem Kunststoffbehälter auf der Terrasse seiner Wohnung. Kurze Zeit später bemerkte dessen 84-jährige Frau, dass der Behälter Feuer gefangen hatte. Die beiden konnten den Brand selbstständig mittels einer Giesskanne löschen. Ein Passant alarmierte zeitgleich die örtliche Feuerwehr, welche mit rund 30 Angehörigen ausrückte. Ebenfalls begab sich die Kantonspolizei St.Gallen vor Ort. Durch das Feuer entstand Sachschaden an der Fassade der Wohnung sowie Russschäden in zwei Räumlichkeiten in der Höhe von mehreren zehntausend Franken.
Quelle: Kantonspolizei St.Gallen
Frick AG: Unsachgemäss entsorgte Asche löst Brand bei Rebhaus aus
Am Dienstag, 26. Mai 2026, kurz nach 04.00 Uhr, ging bei der Kantonalen Notrufzentrale die Meldung ein, wonach am Rebweg in Frick ein Rebhaus in Vollbrand stehe. Die Feuerwehr Frick rückte umgehend aus und konnte die Flammen rasch löschen. Am Rebhaus entstand erheblicher Sachschaden. Verletzt wurde niemand. Nach ersten Erkenntnissen dürfte unsachgemäss deponierte Kohle und Asche den Brand verursacht haben.
Quelle: Kantonspolizei Aargau
Top 3 Brandverhütungs-Tipps
- Einen stabilen, feuerfesten Ascheeimer verwenden.
- Die Asche vor der Entsorgung mindestens 48 Stunden abkühlen lassen.
- Nur vollständig ausgekühlte Asche mit dem Hausmüll entsorgen.
Wenn Container beginnen zu brennen
Ein grosses Risiko besteht bei der Entsorgung von Asche in Grün- oder Abfallcontainern. Trockene Gartenabfälle, Karton oder andere leicht brennbare Stoffe bieten ideale Bedingungen für eine Entzündung. Oft bleibt die Hitzeentwicklung zunächst unbemerkt, bis sich das Feuer im Inneren des Containers ausbreitet und auf umliegende Gebäude übergreift.
Balgach: Velounterstand in Brand
Am Montag, kurz vor 18:45 Uhr, hat die Kantonale Notrufzentrale St.Gallen die Meldung von einem Brand an der Heimstrasse erhalten. Wie sich herausstellte hatte ein Grüncontainer Feuer gefangen und einen Velounterstand in Brand gesetzt. Die örtliche Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle. Es entstand mehrere tausend Franken Sachschaden.
Gemäss jetzigen Erkenntnissen dürfte der Brand aufgrund von Asche ausgebrochen sein, die im Grüncontainer entsorgt wurde und dort bereits entsorgtes Stroh entzündete. Das Feuer griff anschliessend auf einen Velounterstand über. Die aufgebotene Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle und konnte das Übergreifen auf einen sich daneben befindlichen Carport und andere Gebäudeteile verhindern. Es entstand Sachschaden von mehreren tausend Franken. Verletzt wurde niemand.
Quelle: Kantonspolizei St.Gallen
Steckborn: Brand eines Grüngutcontainers
Gegen 19.20 Uhr ging bei der Kantonalen Notrufzentrale die Meldung ein, dass an der Rotackerstrasse ein Container brenne. Die Feuerwehr Steckborn war rasch vor Ort und löschte den Brand. Verletzt wurde niemand. Der Grüngutcontainer wurde komplett zerstört, zudem wurde durch die Hitze und den Rauch die angrenzende Hausfassade beschädigt. Es entstand Sachschaden von einigen tausend Franken.
Gemäss den bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Thurgau steht eine unsachgemässe Entsorgung von Asche aus einer Feuerschale als Brandursache im Vordergrund.
Quelle: Kantonspolizei Thurgau
Auch nach der Entsorgung der Asche besteht weiterhin Brandgefahr. Versteckte Glutnester können noch Stunden später Feuer verursachen und Brände auslösen.
Alvaneu Dorf: Brand in Entsorgungsmulde
Der Brand in der Grünzeug-Entsorgungsmulde wurde um 11.30 Uhr gemeldet. Die Feuerwehr Albula rückte mit 22 Einsatzkräften aus und löschte das Feuer. Der Sachschaden an der Mulde beträgt über fünftausend Franken. Erkenntnisse der Kantonspolizei Graubünden lassen darauf schliessen, dass Asche und Kohle nicht sachgerecht in der Mulde entsorgt wurden.
Quelle: Kantonspolizei Graubünden
Brände bei Feuerstellen
Die Gefahr beschränkt sich nicht nur auf Gebäude und Entsorgungsanlagen. Auch in Wäldern und auf Wiesen können nicht vollständig gelöschte Feuerstellen oder unsachgemäss entsorgte Asche Brände auslösen. Besonders in trockenen Perioden genügt bereits ein kleiner Glutrest, um Gras, Laub oder Unterholz zu entzünden. Die Folgen können weitreichend sein und umfangreiche Feuerwehreinsätze erforderlich machen.
Entsorgte Asche führte zu Brandausbruch und erfordert Feuerwehreinsatz
Blauen BL. Am Sonntagmorgen, 29. März 2020, kurz vor 10.00 Uhr, geriet am Gassenackerweg in Blauen BL, ein Stück Waldrand in Brand.
Die entsprechende Meldung an die Einsatzleitzentrale der Polizei Basel-Landschaft in Liestal erfolgte um 10.14 Uhr durch eine aufmerksame Drittperson. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen und so die weitere Ausbreitung verhindern.
Abklärungen der Polizei Basel-Landschaft ergaben, dass am Samstagabend eine nahe gelegene, offene Grillstelle benutzt worden war. Diese Grillstelle wurde am Sonntagmorgen gereinigt. Die vermeintlich kalte Asche, welche anschliessend im Bereiche des Brandherdes entsorgt worden war, führte in der Folge zum Brandausbruch. Personen kamen keine zu Schaden.
Einmal mehr mahnt die Feuerwehr zur Vorsicht im Umgang mit Feuer im offenen Gelände. Sie weist eindringlich auf folgende Verhaltensregeln hin:
- Halten Sie das Feuer jederzeit unter Kontrolle und überwachen Sie die Umgebung
- Löschen Sie das Feuer vor dem Verlassen der Feuerstelle vollständig
- Entsorgen Sie keine Asche im offenen Gelände
Quelle: Kantonspolizei Baselland
Einfach vermeidbar – und doch immer wieder Brandursache
Ob Wohnhaus, Entsorgungsanlage oder Waldbrand – die Ursache ist oft dieselbe: Vermeintlich ausgekühlte Asche enthält noch Glutreste und wird zu früh oder unsachgemäss entsorgt.
Die Beispiele aus verschiedenen Schweizer Kantonen machen deutlich, dass die Folgen sehr unterschiedlich ausfallen können: von einem Waldbrand über beschädigte Fassaden bis hin zu erheblichen Schäden an Wohnhäusern und Nebengebäuden. Die unsachgemässe Entsorgung von Asche gehört damit zu den Brandursachen, die mit vergleichsweise einfachen Massnahmen vermeidbar wären.







