Feuer und Flamme: Die Jugendfeuerwehr

Was macht die Jugendfeuerwehr so spannend? Welche Inhalte vermittelt sie den Jugendlichen? Was hat sie mit Freundschaften und Teamgeist zu tun? In diesem Blogbeitrag widmen wir uns ganz der Jugendfeuerwehr: ihren Zielen, ihren Inhalten und den Vorteilen, die sie Jugendlichen bietet.

Persönlichkeitsbildung und Nachwuchsförderung

Die Jugendfeuerwehr will junge Menschen für den Feuerwehrdienst begeistern und sie auf diesem Weg unterstützen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung feuerwehrtechnischer Kenntnisse, sondern auch um die Förderung von Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und sozialen Kompetenzen. Die Jugendfeuerwehr leistet somit auch einen wichtigen Beitrag zur persönlichen Entwicklung der Jugendlichen und zur Stärkung des Gemeinschaftssinns.

Sie ist eine eigenständige Einheit innerhalb vieler Feuerwehren. Die Jugendlichen werden bereits aktiv in gewisse Tätigkeiten der Feuerwehr. Dabei werden auch immer der Ausbildungsstand und das Alter der Jugendlichen berücksichtigt. An Ernstfalleinsätzen der Feuerwehr nehmen die Jugendlichen noch nicht teil. Entsprechend fällt auch kein Pikettdienst an.

Wer kann mitmachen?

Die Anforderungen, um Mitglied der Jugendfeuerwehr zu werden, sind in der Regel gering. Grundsätzlich sind alle Mädchen und Knaben willkommen, die Interesse an der Feuerwehrarbeit haben und bereit sind, sich regelmässig an den Aktivitäten und Übungen der Jugendfeuerwehr zu beteiligen. Körperliche Fitness und Teamfähigkeit sind ebenfalls von Vorteil, jedoch keine zwingenden Voraussetzungen.

In manchen Kantonen können die Jugendlichen bereits ab 10 Jahren der Jugendfeuerwehr beitreten, in anderen erst im Alter von 14 Jahren. Die Mehrheit der Teilnehmenden tritt mit 18 Jahren in die aktive Einheit der Feuerwehr ein.

«Ich bin in der Jugendfeuerwehr, weil ich es eine super Vorbereitung für in die grosse Feuerwehr finde. Es ist „henne“ schön im Team etwas erreichen und den Teamgeist zeigen zu dürfen. Ich lerne dabei, dass man im Team mehr erreichen kann als allein. Wir geben immer Vollgas, egal, ob etwas auf Anhieb geht oder nicht. Es gibt immer eine Lösung. Ich mache alles gerne wie beispielsweise Atemschutz.»

Jeanine Bieri, Regiowehr Sumiswald, Löschzug Affoltern

«Ich bin in der Jugendfeuerwehr, weil ich etwas lernen möchte, auch für die Zukunft. Mir gefällt alles im Zusammenhang mit Erster Hilfe. Ich lerne viele Dinge, beispielsweise über Fahrzeuge, Feuerwehrmagazine, Erste Hilfe, Löschlanzen und Überschwemmungen. Mir gefällt der Teamgeist und dass ich etwas lernen kann, am besten.»

Theo, Jeunes sapeurs-pompiers La Mèbre

Was die Ausbildung beinhaltet

Die Ausbildung in der Jugendfeuerwehr umfasst eine Vielzahl von Themenbereichen, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fertigkeiten vermitteln. Dazu gehören unter anderem Grundlagen der Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Erste Hilfe. Darüber hinaus können die Jugendlichen wichtige soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen entwickeln, die sie auch in anderen Lebensbereichen weiterbringen.

Ausgebildet wird in der Regel in Form von regelmässigen Übungen, Schulungen und Veranstaltungen. Die Leiterinnen und Leiter der Jugendfeuerwehr sind erfahrene Feuerwehrleute und verfügen über die notwendigen Kenntnisse oder Erfahrungen im Bereich Jugendarbeit.

Und ganz wichtig: Bei aller Ernsthaftigkeit in der Ausbildung darf natürlich auch der Spass nicht zu kurz kommen!

«Die Jugendfeuerwehr bietet Jugendlichen in der Schweiz eine einzigartige Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln, neue Freundschaften zu knüpfen und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit und zum Gemeinwohl zu leisten.»

Thomas Widmer, Direktor Schweizerischer Feuerwehrverband

Die Perspektiven nach der Ausbildung

Nach Abschluss der Ausbildung in der Jugendfeuerwehr stehen den Jugendlichen verschiedene Wege offen. Viele entscheiden sich dafür, in die aktive Feuerwehr zu wechseln und dort weiterhin ehrenamtlich tätig zu sein. Sie können sich weiter spezialisieren und verschiedene Kurse und Lehrgänge besuchen, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zu erweitern.

Andere nutzen ihre Erfahrungen aus der Jugendfeuerwehr als Grundlage für eine berufliche Laufbahn im Bereich des Brandschutzes oder der öffentlichen Sicherheit.

Rettungsturm, Kriechtunnel, Schluuchmuni, Laufbrett

Was anstrengend klingt, ist es auch! Gemessen werden diese ungewöhnlichen Disziplinen einmal jährlich an den Schweizer Meisterschaften der Jugendfeuerwehr.

Wie in vielen Teilen der Schweiz herrschten auch in Romanshorn am ersten Juniwochenende kühle Temperaturen und Dauerregen. Das war den Jugendlichen jedoch egal – sie kämpften konzentriert und motiviert anlässlich der 18. Jugendfeuerwehr-Schweizer-Meisterschaften um den Schweizer-Meister-Titel.

DIE RANGLISTE

In der ganzen Schweiz aktiv

Jugendfeuerwehren sind in vielen Gemeinden und Städten der Schweiz aktiv. Tendenz steigend! Sie sind in der Regel an die örtlichen Feuerwehren gebunden. Eine Übersicht über die Jugendfeuerwehren in der Schweiz finden Sie auf der Website des Schweizerischen Feuerwehrverbandes unter www.swissfire.ch/jugendfeuerwehr. Auch wird auf vielen Websites örtlicher Feuerwehren auf die Jugendfeuerwehr hingewiesen.

«Ich bin in der Jugendfeuerwehr, weil es Spass macht und ich gerne Action habe. Ich bin schon als kleiner Bub mit meinem Vater mitgegangen. Ich lerne viele Techniken, beispielsweise wie man ein Feuer löscht oder wie man Personen hilft. Atemschutz und TLF-Maschinist machen mir am meisten Spass. „Es motoret e chli“ und es läuft etwas!»

Florian Kräuchi, Feuerwehr Brandis, Löschzug Rüegsau

Interessiert – und nun?

Jugendliche, die interessiert sind, können sich direkt an die örtliche Feuerwehr oder an die Jugendfeuerwehr in ihrer Gemeinde wenden. Die Ansprechpartner vor Ort stehen gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Vielleicht folgt auch gleich eine Einladung zu einer Schnupperübung. So erhält man den besten Einblick in die Arbeit der Jugendfeuerwehr.

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