Lithium-Ionen Akkus

Lithium-Ionen Akkus sind in unzähligen elektrischen Geräten wie beispielsweise Smartphones, Zahnbürsten oder E-Bikes verbaut. Mit der laufenden Verbreitung, steigt auch die Zahl der Akku-Brände. Da Lithium-Ionen-Akkus einen hohen Energiegehalt besitzen, bergen sie ein deutlich grösseres Gefahrenpotenzial als herkömmliche Batterien. Wie Sie die Gefahr auf ein Minimum reduzieren, zeigen wir Ihnen in den folgenden Tipps.

Lithium-Ionen Akkus
Top 3 BFB-Tipps
  • Verwenden Sie immer das Original-Ladegerät.
  • Wechseln Sie defekte Akkus sofort aus.
  • Schützen Sie Ihre Akkus vor Hitze und Sonneneinstrahlung.

Viel Energie auf kleinem Raum

Die leistungsstarken Lithium-Ionen-Akkus sind effiziente und langlebige Energiespeicher und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie werden in Mobiltelefone, E-Bikes, Werkzeuge, Notebooks und vielen weiteren technischen Geräten verbaut. Tendenz stark steigend. Allerdings sind die Akkus auch nicht ganz ungefährlich und reagieren auf unsachgemässe Verwendung empfindlich. Sie können die Gefahr minimieren, in dem Sie die entsprechenden Vorsichtsmassnahmen einhalten.

Die Gefahren von Lithium-Ionen Akkus

Die Akkus weisen eine sehr hohe chemische und elektrische Energiedichte auf. Je grösser die Energiedichte ist, desto grösser ist die Reaktion bei einer Überbeanspruchung des Akkus. Die Akkus können sich durch äussere und innere Einwirkung selbständig entzünden. Folgende Gefahren bei Lithium-Ionen Akkus bestehen:

  • Die Akkus können sich durch Einwirkungen wie Überladung, Tiefentladung, äussere Erwärmung oder mechanische Beschädigung selbständig entzünden;
  • Sie können sich zeitversetzt zur äusseren Einwirkung entzünden (auch noch Stunden oder Tage später);
  • Die Akkus haben eine hohe Energiedichte und brennen mit extremer Hitzefreisetzung ab;
  • Akkus mit hoher Energiedichte neigen zu einem Abbrennen mit exponentieller Brandentwicklung (Thermal Runaway). Durch das Erhitzen einer Zelle werden auch die Nachbarzellen erhitzt, was eine unaufhaltbare Kettenreaktion in Gang setzt. Die gesamte im Akku gespeicherte Energie wird dann schlagartig freigesetzt.
  • Die Akkus beinhalten in der Regel Stoffe wie Fluor und Schwermetalle, welche im Brandfall hoch toxische und ätzende Brandgase erzeugen.

Das Video des deutschen Instituts für Schadenverhütung zeigt eindrücklich die Gefahren der Lithium-Ionen Akkus auf.

Lagern und laden

Akkus korrekt lagern

Das Risiko eines Brandes lässt sich mit einigen Vorsichtsmassnahmen verringern. Dies unter anderem bei der Lagerung. Schützen Sie die Akkus vor direkter Sonneneinstrahlung. Bei längerer Nichtbenutzung, beispielsweise eines E-Bikes in der Winterpause, entfernen Sie den Akku vom Gerät. Lagern Sie diese am besten halbvoll geladen in einer kühlen Umgebung. Wird ein Akku aus einem kalten Raum geholt, lassen Sie diesen vor dem Laden auf Zimmertemperatur aufwärmen.

 

Akkus richtig laden

Die meisten Brände entstehen beim Laden der Akkus. Verwenden Sie daher immer das dafür vorgesehene Original-Ladegerät. Wird der Akku mit einem falschen oder defekten Gerät aufgeladen, kann ein batterie-externer Kurzschluss entstehen. Laden Sie die Akkus auf einer feuerfesten Unterlage und entfernen Sie brennbare Materialien aus der Umgebung der Akkus. Besonders kritisch ist der Ladevorgang, wenn der Akku während Monaten nicht genutzt wurde und nun erstmals wieder geladen wird. Bei einem leeren Akku besteht bei längerer Lagerung die Gefahr einer Tiefenentladung. Dies erhöht beim Wiederaufladen die Brandgefahr.

BFB-Tipps im Umgang mit Lithium-Ionen Akkus

  • Lesen Sie die Bedienungsanleitung der Akkus und befolgen Sie diese.
  • Laden Sie Akkus nur mit dem Originalladegerät.
  • Laden Sie die Akkus nicht über Nacht oder bei Abwesenheit.
  • Sind Deformierungen, Risse oder Blähungen am Akku zu sehen, sollten Sie ihn sofort wechseln und nicht mehr laden. Beschädigte Akkus dürfen auf keinen Fall weiterverwendet werden. Von ihnen geht eine akute Brandgefahr aus. Entsorgen Sie diese so rasch als möglich fachgerecht.
  • Entfernen Sie brennbare Materialien während des Ladevorgangs in der Umgebung des Akkus.
  • Laden Sie die Akkus bei Umgebungstemperaturen zwischen 10 und 30°C
  • Setzen Sie die Akkus nie Temperaturen von über 60°C aus. Vermeiden Sie einen Hitzestau und schützen Sie die Akkus vor direkter Sonneneinstrahlung.
  • Auch Frost bekommt den Akkus nicht. Lagern Sie beispielsweise die Akkus im Winter nicht in einer unbeheizten Garage.
  • Schützen Sie die Akkus vor Feuchtigkeit.
  • Zerlegen oder öffnen Sie nie einen Akku oder eine Batterie.
  • Bei längerer Nichtbenutzung sollten Sie den Akku vom Gerät trennen und halbvoll geladen lagern.
  • Nehmen Sie den Akku nach dem Ladevorgang vom Ladegerät. Trennen Sie das Ladegerät vom Strom.
  • Installieren Sie Rauchwarnmelder in Räumen, in denen Sie die Akkus laden.
  • Lassen Sie alte, nicht gebrauchte Akkus nicht daheim herumliegen. Entsorgen Sie diese via Fachhandel oder Sammelstellen. Der Fachhandel ist verpflichtet, die Akkus entgegenzunehmen und zu entsorgen.

Batterien und Akkus richtig entsorgen

Gebrauchte Batterien und Akkus gelten als Sonderabfall. Werfen Sie daher Batterien und Akkus nicht in den Hausmüll. Isolieren Sie die Kontakte des Akkus (z.B. Kleben Sie den Minuspol und den Pluspol des Akkus ab). Geben Sie diese dem Händler resp. dem Hersteller zurück oder bringen Sie sie in eine für Batterien vorgesehene Sammelstelle.

Wenn der Akku brennt

Grundsätzlich sind Akku-Brände sehr schwer zu löschen. Aufgrund der hohen Energiedichte wird eine extreme Hitze von teilweise über 1000°C freigesetzt. Weil der Akku Lithium enthält, stellt dieser den für den Brand benötigten Sauerstoff selbst her. Daher bleibt meist nur die Kühlung des Akkus und der Umgebung übrig.

Fängt der Akku trotzt aller Vorsichtsmassnahmen Feuer, ziehen Sie - falls noch möglich - den Stecker des betroffenen Ladegeräts aus. Falls dies nicht geht, können Sie den betroffenen Bereich durch Ausschalten der Sicherung stromlos schalten. Rufen Sie sofort die Feuerwehr und bringen Sie sich und Ihre Mitmenschen in Sicherheit. Es entstehen flüssige und teilweise dampfförmige Gifte, die bei Hautkontakt oder beim Einatmen stark gesundheitsschädlich sind. Zudem entsteht rasch ein sehr dichter Rauch. Schliessen Sie daher die Türe, damit sich der Rauch nicht ausbreiten kann.

Auch in einem nicht akuten Fall, wird Sie die Feuerwehr über das weitere Vorgehen beraten.

Was tun, wenn's brennt?

Alarmieren

Tel: 118 Feuerwehr
Gefährdete Personen warnen

Retten

Menschen und Tiere retten
Sich selbst nicht gefährden

Löschen

Brand bekämpfen
Einsatzkräfte einweisen

Mehr dazu
Unsere Partner