Brandgefahr in der Küche

Viele Brände in Schweizer Haushaltungen haben Ihren Ursprung in der Küche. Kein Wunder, denn hier befinden sich viele elektrische Geräte und es wird mit hohen Temperaturen gearbeitet. Eine Ablenkung kann grosse Folgen haben, z.B. wenn es klingelt und unbemerkt das Fett in der Bratpfanne überhitzt. Die gute Nachricht ist, dass mit etwas mehr Achtsamkeit viele Brände verhindert werden können. Wie, erfahren Sie in diesen Tipps.

Frau bereitet Essen auf dem Kochfeld zu
Top 3 Brandverhütungs-Tipps
  • Der Kochherd ist keine Ablagefläche.
  • Stecker raus, nach Gebrauch elektrischer Geräte.
  • Brennendes Fett nie mit Wasser löschen.

Immer ein Auge auf den Kochherd

Bedingt durch die hohen Temperaturen ist der Kochherd besonders gefährlich. Lassen Sie sich daher nicht ablenken. Der Herd sollte beim Kochen nie unbeaufsichtigt sein. Klingelt es an der Haustür oder erhalten Sie einen Anruf, schalten Sie den Kochherd ganz ab und nehmen Sie die Pfannen von den heissen Herdplatten. Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn heisses Fett oder Öl in der Bratpfanne brutzelt. Diese sollte nie unbeaufsichtigt auf einer heissen Herdplatte stehen.

Und zu guter Letzt: Werfen Sie beim Verlassen der Küche immer ein Blick zurück und kontrollieren Sie, ob alle Kochfelder abgeschaltet sind.

Der Herd ist keine Ablagefläche

Benutzen Sie das Kochfeld und die unmittelbare Umgebung nie als Ablagefläche. Eingeschaltete Kochfelder könnten Gegenstände wie z.B. das Kochbuch oder ein Stofftuch rasch in Brand setzen.

Filter des Dampfabzugs monatlich reinigen

Im Filter des Dampfabzuges sammelt sich beim Kochen viel Fett an. Brennt eine Pfanne auf dem Kochherd, kann das Feuer rasch auf die mit Fett vollgesogenen Filter übergreifen und den ganzen Dampfabzug in Brand setzen. Daher müssen die Filter 1 Mal pro Monat gründlich gereinigt werden. Auch sollte nie unter dem Dampfabzug flambiert werden.

Herdwächter bieten zusätzliche Sicherheit.

Versehentlich eingeschaltete oder unbeaufsichtigte eingeschaltete Kochfelder sind eine häufige Brandursache. Die folgenden Lösungen können zum Beispiel bei zunehmender Altersvergesslichkeit oder bei Kindern viel zur Sicherheit beitragen.  

Geeignet zur Überwachung von Kochherden sind sogenannte Herdwächter. Ein Sensor überwacht dabei das gesamte Kochfeld und der Herdwächter schaltet die Stromzufuhr bei Gefahr ab. Je nach Modell kann die Abschaltung auf Basis definierten Zeit, bei fehlenden Bewegungen oder bei zu hoher Wärmeentwicklung erfolgen. Schlägt das Gerät Alarm und Sie deaktivieren den Alarm innerhalb ein paar Sekunden nicht, schaltet die Steuereinheit den Strom ab.

Auch alte Kochfelder lassen sich mit einem Herdwächter nachrüsten. Wenden Sie sich für die Beratung und die Montage an Ihren Elektroinstallateur.  

Fettbrand nie mit Wasser löschen

Auf Herdplatten können Temperaturen bis 400°C entstehen. Erhitzen Sie Fette oder Öle, können sich diese bei Temperaturen über 300°C selber entzünden. Daher sollten Sie beim Erhitzen von Fett wie auch Öl besonders vorsichtig sein und die heisse Pfanne oder Fritteuse nicht unbeaufsichtigt lassen.

Beginnt dieses zu brennen, dürfen Sie beim Löschen nie zu Wasser greifen. Dies würde zu einer Fettexplosion führen. Bei deren explosionsartigen Verdampfung wird das brennende Fett mitsamt dem Wasserdampf aus der Pfanne gerissen. Dies kann zu schwersten Verbrennungen führen und die Küche sekundenschnell in Vollbrand setzen. 

Was ein Becher Wasser auslösen kann, erfahren Sie in diesem eindrücklichen Video. Es ist kaum vorstellbar was passiert, wenn eine solche Stichflamme in einer Küche hochschiesst.

So löschen Sie einen Fettbrand richtig

Aber auch beim Löschen ohne Wasser besteht erhebliche Verbrennungsgefahr. Bei einem kleinen Fettbrand können Sie einen passenden Deckel, ein Backblech oder noch besser eine Feuerlöschdecke auf die Pfanne legen, um das Feuer zu ersticken. Ziehen Sie danach die Pfanne vorsichtig von der heissen Herdplatte und schalten Sie den Herd ab.

Wie Sie die Feuerlöschdecke richtig einsetzen, erfahren Sie in diesem Video.

Vorsicht bei Kindern

Das Kinderspital in Zürich behandelt jedes Jahr rund 60 bis 80 Kinder stationär infolge thermischer Verletzungen. 80 % sind Säuglinge und Kleinkinder, welche sich Verbrühungen mit heissem Wasser zugezogen haben - oftmals in der Küche. Kleine Kinder sollten daher nie alleine in der Küche zurückgelassen werden. Erklären Sie den Kleinen schon früh die Gefahren, die in der Küche lauern.    

Elektrische Geräte im Auge behalten

Viele Küchenbrände gehen von elektrischen Geräten aus, beispielsweise durch einen Kurzschluss. Achten Sie daher darauf, dass Wasserkocher, Kaffeemaschine, Toaster, Mikrowelle usw. nie unbeaufsichtigt arbeiten - auch dann nicht, wenn die Geräte eine Abschaltautomatik besitzen. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie die Geräte nach Gebrauch ganz ausstecken.  

Unter diesen Links finden Sie alle Informationen zum sicheren Umgang mit elektrischen Geräten Tipps elektrische Geräte

Tipps bei Bränden im Backofen

Sind Speisen oder Backpapier zu lange im Ofen oder ist die Temperatur zu hoch, können diese Feuer fangen. Brennt es im Ofen, lassen Sie die Ofentür geschlossen und unterbrechen Sie die Stromzufuhr, indem Sie den betroffenen Bereich durch Ausschalten der Sicherung stromlos schalten.

Tipps für Gefriertruhen und Kühlschränke

«Die Brandursachenabklärung hat ergeben, dass der Kompressor des Gefrierschranks überhitzte und in der Folge die Isolation an der Rückseite des Gerätes in Brand geriet.» Diese und ähnliche Meldungen sind immer mal wieder in den News zu lesen.

Zu den Gefahren von Tiefkühltruhen und Kühlschänken zählen der Wärmestau oder die Überlastung. Und wie bei allen elektrischen Geräten besteht immer die Gefahr eines Kurzschlusses, welcher ein Feuer entfachen kann. Tiefkühlgeräte enthalten eine grosse Menge brennbarer Isolationsmaterialien, was sich im Falle eines Brandes rasch negativ auswirkt.

Unsere Tipps:

  • Kühlgeräte entziehen den eingelagerten Esswaren Wärme. Diese geben die Geräte auf der Rückseite wieder an die Aussenluft ab. Stellen Sie daher sicher, dass in diesem Bereich die Luft gut zirkulieren kann, damit sich die Wärme nicht staut.
  • Achten Sie darauf, dass keine Gegenstände in den rückseitigen Bereich des Gerätes fallen. Diese könnten sich entzünden oder in einzelnen Fällen einen Kurzschluss am Gerät auslösen.
  • Tauen Sie den Kühlschrank mindestens zwei Mal jährlich ab. Bei stark vereisten Kühlschränken kann ein überlasteter Kompressor einen Brand auslösen. Neue Modelle mit der No-Frost Funktion nehmen übrigens das Abtauen automatisch vor.  
  • Probieren Sie nie, einen Kühlschrank oder eine Gefriertruhe selber nachträglich zu dämmen. Vor allem das brennbare Styropor kann sowohl einen Wärmestau verursachen als auch als Brandbeschleuniger wirken.
  • Bei einem Kühlschrank werden unter anderem der Kompressor sowie der Thermostat stark beansprucht. Sind diese defekt, sollten Sie diese Teile von einem Fachmann ersetzen lassen.
  • Decken Sie Kühlschränke nicht mit Küchenutensilien ab. Die Lüftungs­gitter und -schlitze müssen offenbleiben, um die Wärmeabfuhr sicherzustellen. Ansonsten kann das Gerät über­hitzen.
  • Stellen Sie Ihr Kühlgerät nie direkt neben dem Herd auf. Es sollte Abstand zu potentiellen Brandherden haben.
  • Schliessen Sie Kühlschränke und Gefriertruhen immer direkt an der Steckdose und nie an Mehr­fach­steck­dosen und oder Verlängerungs­kabel an.
  • Vorsicht bei Kühlgeräten im Freien – z.B. auf dem Balkon. Klären Sie dazu ab, für welche Umgebungstemperatur das Gerät ausgelegt ist. Bei zu kalten Temperaturen, wird das Kühlmittel dickflüssiger, was dazu führen kann, dass der Kompressor überhitzt. Aber auch zu warme Umgebungstemperaturen können zum Problem werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung steigen die Temperaturen rasch an. Das Gerät muss dann auf Hochtouren laufen und verbraucht mehr Strom. Wird die Umgebungstemperatur zu warm, kann dies dazu führen, dass der Kompressor nicht mehr richtig funktioniert. Das Kühlgerät kann dadurch überhitzen und Feuer fangen.

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