Sicher grillieren mit Grill und Gartencheminée

Mit den wärmeren Temperaturen steigt auch die Lust auf ein feines Menü vom Grill. Um sich und andere nicht zu gefährden, ist der richtige Umgang mit Grillfeuer wichtig. Insbesondere die Verwendung von explosiven Anzündhilfen ist äusserst gefährlich. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Grillvergnügen sicher geniessen können.

Tipps zur Brandverhütung bei Gas- und Kohlegrills
Top 3 BFB-Tipps
  • Brennbares mind. 1 Meter vom Grill entfernen.
  • Nie flüssige Brandbeschleuniger verwenden.
  • Asche vor dem Entsorgen 2 Tage auskühlen lassen.

Vermeiden Sie Unfälle

Oft entstehen Grillumfälle durch fahrlässiges Verhalten. Wird beispielsweise bei Holzkohlegrills als Anzündhilfe Benzin oder Brennsprit in die Flammen gegossen, ist das Risiko explosionsartiger Brände hoch. Sie können bei Mensch und Tier zu schlimmen Verletzungen führen. Auch beim Grillen mit Gas oder Elektrizität kann es, zum Beispiel infolge defekter Anschlüsse, zu gefährlichen Situationen kommen.

Grillieren? Aber sicher!

  • Stellen Sie den Grill standfest auf eine stabile Unterlage im Freien.
  • Halten Sie die Kinder und Tiere in der Nähe des Feuers im Auge.
  • Für den Ernstfall sollten Sie immer eine Giesskanne mit Wasser oder einen Feuerlöscher bereithalten.

Tipps für Gasgrills

  • Prüfen Sie regelmässig, ob die Dichtungen, Anschlüsse und Leitungen in gutem Zustand sind. Ob die Leitungen noch dicht sind, erfahren Sie, indem Sie diese mit Seifenwasser einschmieren. Treten Blasen auf, weist dies auf eine undichte Stelle hin. Spröde und undichte Leitungen sollten Sie unverzüglich durch neue ersetzen.

  • Riechen Sie Gas oder brennt der Grill? Stellen Sie als Erstes das Gas ab. Damit dies gefahrlos möglich ist, sollten Sie vorgängig die Gasflasche ausserhalb des Grills positionieren.

  • Reinigen Sie regelmässig Ihren Grill. Entleeren Sie nach dem Grillieren jeweils die Fettwanne und entfernen Sie alle Fettablagerungen. Angesammelte Fettablagerungen erhitzen sich während des Grillierens. Dies könnte zu einem Fettbrand führen. Einen Fettbrand dürfen Sie nie mit Wasser löschen. Dies kann eine unkontrollierte Fettexplosion auslösen, die den Brand noch ausweitet und schwere Verletzungen zur Folge haben kann. Benutzen Sie daher einen Feuerlöscher, um solche Brände zu löschen.

  • Achten Sie darauf, dass in der Nähe des Grills striktes Rauchverbot gilt.

  • Bewahren Sie Gasbehälter nie im Gebäudeinnern, an schlecht durchlüfteten oder vertieften Stellen auf. Brenngase sind schwerer als Luft und sammeln sich am Boden an. Bereits ein kleiner Funke kann zu einer Explosion führen. In diesen Tipps erfahren Sie, wie Sie Gasflaschen im Winter richtig einlagern.
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Tipps für Holzkohlegrills und Gartencheminées

  • Verwenden Sie Anzündwürfel, Brennpaste oder ein Anzündkamin aus dem Fachhandel als Anzündhilfe.
  • Hände weg von flüssigen Brandbeschleuniger. Ein gutes Feuer braucht Zeit. Verwenden Sie nie Brennspiritus, Bioethanol, Benzin oder andere flüssige Anzündhilfen für Ihren Grill. Dies kann zu explosionsartige Bränden und schlimmen Verletzungen führen.
  • Oft lösen sich Funken vom Holzkohlengrill oder Gartencheminée. Daher müssen leicht entzündliche Materialien wie Zeitschriften, Gartenmöbel mindestens ein Meter Grill entfernt sein.
  • Holz, keine Abfälle. Verbrennen Sie unbehandeltes, naturbelassenes trockenes Holz. Kleine Papierschnitzel zum Anzünden des Feuers sind ok. Karton, Zeitungen, Abfall und behandeltes Holz gehören aber in den Müll, nicht auf den Grill oder in die Feuerstelle. Sie zu verbrennen, kann zu gefährlichen Dämpfen führen.
  • Lassen Sie die Asche mindestens 48 Stunden ausglühen. Hier finden Sie unsere Tipps zum Thema Asche.
  • Nach dem Grillieren mit einem Kohlegrill lassen wir die Asche oft im Grill auskühlen. Ist es jedoch trocken und windig, kann die Asche wegfliegen und beispielsweise trockene Pflanzen in Brand setzen. Daher sollten Sie die Asche nach dem Grillieren jeweils in einen geschlossenen, feuerfesten Aschebehälter umfüllen. Stellen Sie diesen auf einen nicht brennbaren Untergrund.

Sicherheitsabstände Gartencheminée

Die BFB empfiehlt die folgenden Sicherheitabstände von ortsfesten Feuerungsanlagen wie z.B. Gartencheminées zu Gebäuden einzuhalten:

  • Bei einem Abstand des Kamins von mindestens 20 cm bis 1 m muss dieser 1 m über die Traufe geführt werden (Abbildung 1)
  • Bei einem Abstand des Kamins von 1 bis 3 m muss dieser:
    • bei Ausführung mit Kaminhut 1 m über die Traufe führen (Abbildung 2)
    • bei Ausführung ohne Kaminhut mindestens bis zur Traufhöhe führen (Abbildung 2a)
  • Bei einem Abstand des Kamins von mehr als 3 m muss dieser nicht über Dach geführt werden (Abbildung 3)

Tipps für Elektrogrills

  • Kontrollieren Sie die Kabel vor dem Grillieren auf Defekte. Ersetzen Sie diese, falls sie defekt sind.  
  • Reinigen Sie den Grill regelmässig und entfernen Sie alle Fettablagerungen. 

Grillieren auf dem Balkon

Das Grillieren auf dem Balkon sorgt für viele gemütliche Abende, aber auch für etliche erhitzte Gemüter. Der Rauch, die Düfte und die Brandgefahr sind oft Ursache für Streitereien unter Nachbarn. Wir zeigen Ihnen, was erlaubt ist und worauf Sie achten sollten.

Die allgemeinen Ratschläge der BFB für sicheres Grillieren gelten auch auf dem Balkon. Elektro- und Gasgrills sind dazu besser geeignet. Einerseits können Sie damit die Rauchentwicklung tiefer halten, andererseits besteht bei diesen Grillarten die Gefahr des Funkenflugs nicht. Auf Holzkohlegrills sollten Sie aus Sicherheitsgründen verzichten. Achten Sie besonders auch auf dem Balkon darauf, dass Sie den Mindestabstand von 1 Meter zwischen Grill und brennbaren Materialien einhalten.

Ist das Grillieren auf dem Balkon erlaubt?
ja, grillieren auf dem Balkon ist grundsätzlich gestattet. Voraussetzung dafür ist jedoch die Rücksichtnahme auf die übrigen Hausbewohner, so dass diese möglichst nicht beeinträchtigt werden. Die Rauchentwicklung muss also so gering als möglich gehalten werden. Zudem ist die Nachtruhe (in vielen Gemeinden der Schweiz ab 22 Uhr) einzuhalten.

Dem Vermieter steht es jedoch frei, im Mietvertrag ein Grillierverbot auf Balkonen festzulegen. Alternativ kann er dies auch in der Hausordnung festlegen, muss aber im Mietvertrag explizit auf die Hausordnung verweisen. Ein Blick in den Mietvertrag vor dem ersten Grillvergnügen lohnt sich also.

Falls Sie sich als Nachbar durch das Grillieren belästigt fühlen, haben Sie die Möglichkeit, sich bei der Hausverwaltung zu beschweren. Diese kann den betroffenen Mieter zu mehr Rücksichtnahme auffordern. Eine wiederholte Nichtbeachtung der Rücksichtspflicht kann für diesen auch rechtliche Konsequenzen mit sich bringen. Diese reichen von einer schriftlichen Abmahnung bis hin einer Kündigung des Mietvertrages. Soweit muss es nicht kommen, denn oft lassen sich Differenzen mit einem klärenden konstruktiven Gespräch unter Nachbar beseitigen.


Es gilt die Sorgfaltspflicht.
Gemäss den schweizweit gültigen Brandschutzvorschriften der VKF ist mit Feuer so umzugehen, dass keine Brände oder Explosionen verursacht werden oder entstehen können (Art. 19 Abs. 1 der Brandschutznorm).  Eigentümer- und Nutzerschaft von Bauten und Anlagen sorgen in Eigenverantwortung dafür, dass die Sicherheit von Personen und Sachen gewährleistet ist. (Art. 19 Abs. 2 der Brandschutznorm).

Ihre Pflichten als Mieter und Hauseigentümer

Die rechtlichen Folgen von Bränden

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