Brandverhütung beim Pressen von Heu ab Stock

Beim Pressen von Heu ab Stock treffen grosse Mengen leicht brennbaren Materials auf heisse Maschinenteile und Funken – eine gefährliche Kombination mit hohem Brandrisiko. Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen und Empfehlungen, um Brandgefahren frühzeitig zu erkennen und beim Pressen von Heu ab Stock sicher vorzugehen.

Top 3 BFB-Tipps

  • Heu ausserhalb des Gebäudes pressen. 
  • Maschinen regelmässig warten und reinigen. 
  • Immer aufmerksam sein. 

Die Herausforderungen beim Pressen von Heu ab Stock

Heu wird oft direkt ab Stock gepresst – sei es, um das Winterlager vor der neuen Ernte zu leeren oder um die Trocknungsanlage über mehrere Schnitte besser auszulasten. Das Arbeitsverfahren bringt jedoch ein erhöhtes Brandrisiko mit sich. 

Anders als bei der Selbsterwärmung liegt die Brandursache hier nicht im Heu selbst, sondern in der Kombination aus leicht entzündbaren Materialien und heissen Maschinenteilen oder Funken. Ein Brand breitet sich in dieser Situation aufgrund der vorhandenen Brandlast sehr schnell aus. 

Das Pressen von Heu ab Stock erfordert daher besondere Massnahmen zur Brandverhütung. Die folgenden Empfehlungen dienen der Sensibilisierung für Brandgefahren beim Pressen von Heu ab Stock. Sie ersetzen weder die geltenden Brandschutzvorschriften noch die Anweisungen der zuständigen kantonalen Behörde. 

Unsichtbare Gefahr: Hitze und Abgase

Beim Pressen laufen Traktor und Ballenpresse unter Volllast. Der Motor und insbesondere die Auspuffanlage erreichen dabei Temperaturen, welche trockenes Heu ohne Weiteres entzünden können. Besonders kritisch wird es, wenn loses Material in Kontakt mit heissen Teilen kommt – etwa, wenn beim Schwenken des Heukrans über den Traktor Heu auf dem Auspuffrohr landet – oder wenn heisse Abgase auf brennbare Materialien treffen. 

Schmutz und fehlende Wartung als Brandursache

Neben der Hitze spielt auch der Staub eine entscheidende Rolle. In Verbindung mit Öl und Fett entstehen Ablagerungen, welche sich auch an heissen oder bewegten Maschinenteilen festsetzen. Gleichzeitig laufen viele Maschinenkomponenten während des Pressens am Limit. 

Ohne gründliche Wartung und regelmässige Reinigung entstehen Reibstellen, welche überhitzen und letztlich in Verbindung mit den Verschmutzungen einen Brand auslösen können. Eine regelmässige Wartung ist daher unerlässlich. Zudem muss die Maschinenkombination vor Arbeitsbeginn auf Einsatzbereitschaft überprüft werden. Dazu gehört: 

  • Schmierung sicherstellen, um heisslaufende Teile zu vermeiden

  • Hydraulikschläuche auf Dichtheit und Zustand prüfen

  • Maschine reinigen: keine alten Verschmutzungen (Staub, Ölrückstände, Ablagerungen) – insbesondere an heissen Teilen / Kühlelementen

  • Sicherstellen, dass geeignetes Löschmittel in genügender Menge auf der Maschine vorhanden ist

Pressen nur im Freien

Besonders heikel ist das Pressen im Gebäude. Die Hitze kann sich stauen; gleichzeitig ist die Staubkonzentration hoch, es sind grosse Mengen an brennbarem Material vorhanden und Fluchtwege werden eingeschränkt. 

Daher gilt: Der Pressvorgang sollte grundsätzlich immer ausserhalb von Gebäuden stattfinden. Die Beschickung der Presse mit einem Hebefahrzeug oder mit dem Kran aus der Scheune heraus muss entsprechend organisiert werden. Ist dies nicht möglich, muss der Traktor ausserhalb des Gebäudes platziert werden. Dabei ist sicherzustellen, dass die Abgase ins Freie geleitet werden. In jedem Fall sind die Vorgaben der zuständigen Brandschutzbehörde zu beachten. 

Der Einsatzort muss so eingerichtet sein, dass die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet ist und im Brandfall rasch reagiert werden kann. Traktor, Dosiereinheit und Presse müssen übersichtlich und mit ausreichend Platz aufgestellt werden. Nicht benötigte und insbesondere brennbare Materialien sind aus dem Arbeitsbereich zu entfernen. 

Aufmerksam bleiben

Auch bei guter Vorbereitung kann es zu Zwischenfällen kommen. Ungewöhnliche Geräusche, auffällige Gerüche oder steigende Temperaturen sind immer ernst zu nehmen. In diesem Fall gilt: Maschine stoppen, Ursache klären/beheben und erst dann weiterarbeiten. 

Regelmässige Zwischenreinigungen während des Arbeitsvorgangs helfen, Ablagerungen und Heisslaufen oder Wärmestaus zu vermeiden. Regenerationsprogramme bei Partikelfiltern führen zu extrem hohen Temperaturen. Sie dürfen niemals im Gebäude, in Gebäudenähe oder im Bereich von brennbaren Materialien durchgeführt werden. 

Bevor die Maschinenkombination nach Arbeitsende in einem geeigneten Gebäude geparkt wird, soll sie im Freien auf einem nicht brennbaren Untergrund abkühlen können. Weitere Tipps zum sicheren Parkieren von Fahrzeugen finden sich hier: 

www.bfb-cipi.ch/landwirtschaft-fahrzeuge

Im Notfall richtig handeln

Ein einfaches, klares Notfallkonzept stellt sicher, dass im Brandfall richtig reagiert werden kann. Das Konzept ist vor Arbeitsbeginn mit allen Beteiligten zu besprechen. Insbesondere folgende Fragen sind zu klären: Sind die Mitarbeitenden im Bereich Brandschutz und Brandbekämpfung genügend geschult? Wo befinden sich die Löschmittel? Sind die Notrufnummern zur Alarmierung vorhanden (Feuerwehr 118 – z.B. eingespeichert auf dem Handy oder eine Notruf-App wie EchoSOS)? Besteht am Einsatzort Handyempfang? 

Löschmittel müssen direkt am Arbeitsort verfügbar sein, 
z.B. als tragbare Feuerlöscher oder ein sofort zugänglicher Wasserlöschposten. 

Gemeinsam für mehr Sicherheit in der Landwirtschaft

Diese Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) erstellt. 

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