Brandverhütung bei Holzheizungen

Das Heizen mit Holz erlebt in der Schweiz ein Comeback und ist vor allem in landwirtschaftlichen Betrieben, ländlichen Gebieten und Altbauten weit verbreitet. Scheitholzöfen, Pelletöfen, Holzheizkessel oder Kombisysteme bieten eine lokale und erneuerbare Energielösung. Diese Anlagen bergen jedoch erhebliche Brandrisiken, wenn sie unsachgemäss gewartet oder falsch betrieben werden. Die Wartung, die Reinigung und die Überprüfung von Holzöfen und Abgassystemen sind zentrale Brandschutzmassnahmen und werden von den Kantonen und den Brandschutzvorschriften vorgegeben.

Top 3 Brandverhütungs-Tipps

  • Anlagen regelmässig warten lassen. 
  • Nur unbehandeltes, gut getrocknetes Holz verbrennen.
  • Zwingend Herstellerangaben beachten.

Die Gefahren eines Kaminbrandes

In der Schweiz entstehen jedes Jahr zahlreiche Brände durch Festbrennstoff-Heizungen. Der Kamin (auch Abgasanlage oder Rauchabzug genannt) ist häufig das schwächste Glied der Anlage. Seine Funktion ist jedoch von zentraler Bedeutung: Er muss die Verbrennungsgase sicher ins Freie leiten, hohen Temperaturen standhalten und über seine gesamte Länge hinweg dauerhaft dicht sein. Brennt ein Kamin, sind das ganze Gebäude und die sich darin aufhaltenden Personen und Tiere akut gefährdet. 

Bei einem Kaminbrand können der Kamin selbst, die Anschlussrohre, die Wand- und Deckendurchführungen sowie angrenzende Bauteile beschädigt werden. Die anschliessenden Reparaturen oder Sanierungen sind in der Regel aufwendig und teuer.  

Die grosse Gefahr besteht jedoch darin, dass sich ein Kaminbrand oft nicht nur auf den Kamin beschränkt, sondern auf das gesamte Gebäude ausweitet. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ungeschützte, brennbare Elemente zu nahe am Kamin liegen oder wenn dieser durch Decken oder Trennwände verläuft. 

In landwirtschaftlichen Betrieben ist die Brandgefahr zusätzlich erhöht durch leicht entflammbare Materialien wie Futter, Stroh, Staub und Holz sowie durch alte Gebäude und sukzessive Umbauten, die manchmal ohne Gesamtkonzept für den Brandschutz durchgeführt wurden.

Ursachen für Kaminbrände

Ein einziger Defekt kann ausreichen, um einen Kaminbrand auszulösen. Die häufigsten Brandursachen sind:

  • Russ- oder Teerablagerungen in den Rauchabzügen

  • unzureichende Sicherheitsabstände zwischen dem Ofen und brennbaren Materialien

  • rissige oder undichte Abzugsrohre

  • Verwendung ungeeigneter oder feuchter Brennstoffe (Restfeuchte > 20%) 

  • fehlende regelmässige Wartung

Russ- oder Teerablagerungen in den Rauchabzügen

Kaminbrände können auftreten, wenn sich Glanzruss (Pech) in der Abgasanlage abgelagert hat. Glanzruss entsteht durch die unvollständige Verbrennung fester Brennstoffe wie Holz oder Kohle. Diese Ablagerungen sind entzündlich. Brennen diese, entstehen Temperaturen von über 1000 °C.

Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung von Glanzruss:

  • Verwendung von nicht ausreichend getrocknetem Holz oder ungeeigneten Brennstoffen 

  • zu geringe Verbrennungstemperaturen (Schwelbrand) 

  • mangelnde Luftzufuhr zur Feuerung 

  • falsche Bedienung der Feuerungsanlage 

  • überdimensionierte oder ungeeignete Feuerungsanlagen 

  • seltene oder ungenügende Reinigung des Kamins oder der Feuerungsanlage

Durch korrektes Heizen, die Verwendung von geeignetem Brennmaterials und regelmässige Kaminreinigungen lassen sich die Bildung von Glanzruss und somit das Risiko eines Kaminbrandes deutlich reduzieren.

Vorbeugen mit regelmässiger Reinigung und Wartung

Nebst der Reinigung der Abgas- und der Feuerungsanlage sind regelmässige Kontrollen durch die Kaminfeger unerlässlich. Dazu sind die Angaben des Herstellers sowie die Kontroll- und Reinigungsfristen von Kaminfeger Schweiz zu beachten.

Die Reinigung und Kontrolle ermöglichen:

  • brennbare Ablagerungen zu entfernen

  • den Zustand des Kamins zu überprüfen

  • Risse, Korrosion oder Undichtigkeiten zu erkennen

  • den Brennstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen zu reduzieren

Mit diesen Kontrollen wird die Einhaltung der Brandschutzvorschriften überprüft, wie sie vom Kanton vorgegeben sind. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Sicherheitsabstände, die Wanddurchführungen, die Verbrennungsluftzufuhr und die Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten gelegt.

Regeln zum sicheren Heizen mit Holz

Prävention basiert nicht nur auf gesetzlichen Vorschriften, sondern auch auf dem Verhalten der Nutzer. Diese Massnahmen erhöhen die Sicherheit markant: 

  • Nur trockenes, unbehandeltes Holz mit einer Restfeuchte von weniger als 20% verwenden.

  • Nie Abfälle, Karton, behandeltes Holz, Spanplatten und Verpackungsmaterial verbrennen.

  • Keine flüssigen Anzündhilfen wie Benzin oder Brennsprit verwenden.

  • Nicht zu viel Holz auf einmal verfeuern.

  • Ofen nicht dauernd drosseln, lang anhaltende Schwelfeuer vermeiden.

  • Brennbare Materialien mindestens 1 m vom Feuerraum, von Ofentüren und Funkenflugbereichen fernhalten. 

  • Asche regelmässig entfernen und mindestens 48 Stunden in einem geschlossenen, feuerfesten Metallbehälter auf einem nicht brennbaren Untergrund auskühlen lassen. Asche niemals im Kunststoffkübel, im Karton, im Abfallsack oder mit dem Staubsauger entsorgen.

  • Bei längerer Nichtbenutzung vor der Wiederinbetriebnahme Kaminfeger/Fachperson beiziehen. 

  • Eine Anlage niemals ohne fachkundige Beratung verändern.

  • Zwingend die Herstellerangaben beachten.

Das Anbringen von Rauch- und Kohlenmonoxid-Meldern in Räumen, in denen sich die Feuerungsanlage befindet, erhöht die Sicherheit massgeblich. Dies gilt insbesondere für Wohnräume. Diese Melder sind jedoch nicht Pflicht. 

Verhalten bei einem Kaminbrand

Ein Kaminbrand entsteht, wenn sich Russ oder Glanzruss im Rauchabzug entzündet. 

Typische Anzeichen sind: 

  • Lautes Rauschen/Fauchen im Kamin oder in der Feuerungsanlage sowie Klappern des Kaminreinigungstürchens
  • Funkenflug aus dem Kamin

  • Starke Rauchentwicklung

  • Sehr hohe Temperaturen am Ofen oder an der Abgasanlage


Wenn ein Kamin brennt, müssen Sie umgehend reagieren. Bringen Sie sich dabei jedoch nie selbst in Gefahr. 

  • Sofort Feuerwehr (118), Kaminfeger und andere anwesende Personen alarmieren.

  • Keine Löschversuche mit Wasser vornehmen. Das schlagartige Verdampfen des Wassers erzeugt einen hohen Druck, der den Kamin beschädigen oder sprengen kann. 

  • Bei einem Kaminbrand können Temperaturen von über 1000 °C im Kamin erreicht werden. Es ist wichtig, dass alle Materialien im Umkreis des Kamins entfernt werden. Dies gilt besonders für den Estrich. 

  • Gebäude überwachen: Dachstock, Decken- und Wanddurchführungen kontrollieren, da sich dort Glutnester unbemerkt entwickeln können.

  • Kaminbrand nicht unterschätzen! Auch wenn das Feuer von selbst erlischt, bleibt ein hohes Risiko für Folgeschäden und Glutnester können weiter vorhanden sein. 

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Gemeinsam für mehr Sicherheit in der Landwirtschaft

Diese Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) und dem Verband Kaminfeger Schweiz erstellt. 

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