Blitze

Die grosse Mehrheit aller Blitze finden in den Gewittermonaten von Mai bis September statt. Pro Jahr verzeichnet die Schweiz rund 200'000 Blitze. 10‘000 davon schlagen in ein Gebäude ein. Jeder dritte Schaden an Gebäuden in der Schweiz wird durch einen Blitzeinschlag verursacht. Blitze können in sekundenbruchteilen einen Brand entfachen und grossen Schaden am und im Gebäude anrichten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Zuhause effektiv schützen.

Branderhütungstipps bei Blitzen
Top 3 BFB-Tipps
  • Lassen Sie sich ein Blitzschutzsystem installieren.
  • Installieren Sie einen Überspannungsschutz bei Gebäuden ohne Blitzschutzsystem.
  • Suchen Sie rechtzeitig Schutz in Gebäuden oder Fahrzeugen.

Direkte und indirekte Blitze

Direkte Blitzeinschläge lösen dabei in der Regel die grössten Schäden aus. Im schlimmsten Fall können sie ganze Gebäude in Brand setzen. Häufiger sind jedoch indirekte Blitzeinschläge. 

  • Direkte Blitzeinschläge
    Bei einem direkten Blitzeinschlag entlädt sich in einem Bruchteil einer Sekunde eine riesige Energiemenge. Schlägt ein Blitz in ein ungeschütztes Gebäudeteil, kann dies augenblicklich zu einem Brand führen. Für Personen und Tiere besteht die grösste Gefahr durch herumfliegende Gebäudeteile, welche wie Geschosse wirken. Der Blitz verursacht eine extrem grosse Hitze beim Einschlagpunkt. Dies bewirkt eine explosionsartige Verdampfung der Restfeuchtigkeit in den Bauteilen und ist von der Wirkung her vergleichbar mit einer Sprengung. Gegen all diese Gefahren schützen Sie Ihr Haus und die Bewohner mit einem Blitzschutzsystem.
     
  • Indirekte Blitzeinschläge
    Ein indirekter Blitzeinschlag, auch wenn er einige hundert Metern von Ihrem Haus entfernt einschlägt, kann zu Schäden führen. Dabei fliessen grosse Blitzströme durch die Erde. Diese können über die Stromleitung-, Telefonleitung oder das Kabelfernsehen ins Gebäude gelangen und die elektrischen Installationen und die daran angeschlossenen Geräte stark beschädigen. Gegen diese Gefahr schützen Sie sich mit einem Überspannungsschutz.

Schon gewusst?

An den Einschlagstellen der Blitze werden Temperaturen bis zu 30‘000 Grad Celsius gemessen!

Schäden durch Überspannung

Elektrische Installationen und Geräte sind in der Regel für Betriebsspannungen von 230 Volt ausgelegt. Wenn Blitzspannungen in elektrischen Einrichtungen gelangen, kann dies zu sogenannten Überspannungen führen. Diese können elektrische Installationen und elektrisch betriebene Geräte beschädigen, Kurzschlüsse auslösen, Brände verursachen oder sie sogar explodieren lassen. Zu den gefährdeten Geräten zählen beispielsweise Telefone, Radios, Fernseher, Computer, Router aber auch Kühlschränke, Waschmaschinen, Boiler oder Heizungssteuerungen.

Blitzschutzsysteme verhindern Schäden.

Blitzeinschläge lassen sich nicht verhindern. Jedoch schützen ein äusseres und inneres Blitzschutzsystem sowie ein Überspannungsschutz Sie, Ihr Gebäude und die elektrischen Geräte am besten. Ein äusseres Blitzschutzsystem muss in jedem Fall mit dem inneren Blitzschutz kombiniert werden. Ist jedoch kein äusserer Blitzschutz vorhanden, empfiehlt die Beratungsstelle für Brandverhütung die Installation eines Überspannungsschutzes.

  • Der äussere Blitzschutz besteht aus einer Fangeinrichtung auf dem Dach, welche mit einer Erdungsanlage im Boden verbunden ist. Damit werden die Blitze kontrolliert aussen am Gebäude zur Erde abgeleitet. Das sorgt dafür, dass Blitze für Gebäude und die elektrischen Geräte nahezu ungefährlich sind.  
  • Der innere Blitzschutz trägt dazu bei, dass bei einem Blitzeinschlag keine gefährlichen Spannungen im Gebäude auftreten und Personen wie auch elektrische Geräte nicht gefährdet werden. Dazu werden metallene Leitungen, welche in das Gebäude eintreten (z.B. Elektrozuleitung, Gasleitungen, Wasserleitungen, Telefon- oder Internetleitungen) mit der Erdungsanlage verbunden.
  • Der Überspannungsschutz rundet das Blitzschutzsystem ab.
    Soll der innere Blitzschutz auch die Elektro-Installationen sowie die daran angeschlossenen Geräte schützen, spricht man von einem Überspannungsschutz. Dieser ist Bestandteil des Blitzschutzsystems, kann aber auch eigenständig zum Schutz von Personen und Elektroinstallationen eingerichtet werden. Verfügt Ihr Wohnhaus also über kein äusseres Blitzschutzsystem, empfiehlt sich trotzdem der Einbau eines Überspannungsschutzes. Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (FI-Schalter) ist übrigens kein Überspanungsschutz.  

    Der Überspannungsschutz besteht meist aus einem dreistufigen Schutzkonzept. Zuerst werden Blitzstrom-Ableiter beim der Schaltgerätkombination (auch Verteilerkasten/Hauptverteilung genannt) eingesetzt. Danach werden die Überspannungsableiter im Elektro-Verteilungsschrank eingebaut. Diese beiden Schutzmassnahmen müssen vom Fachmann installiert werden. Als dritte Schutzmassnahme können spezielle Überspannungsstecker oder Überspannungs-Steckdosenleisten direkt vor empfindlichen elektronischen Geräten eingesetzt werden. Diese können Sie problemlos in Eigenregie anbringen.


Die Planung und Installation von normenkonformen Blitzschutzsystemen darf nur von Blitzschutzfachkräften ausgeführt werden. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Gebäudeversicherung oder an Ihren Elektroinstallateur.

Obwohl der Einbau eines solchen Blitzschutzsystems nur für besonders gefährdete Bauten vorgeschrieben ist (zum Beispiel, wenn das Haus topgrafisch exponiert ist), empfiehlt die Beratungsstelle für Brandverhütung eine generelle Installation. Es lohnt sich, ein Blitzschutzsystem bereits beim Bau des Hauses mit einzuplanen. Dann kostet die Installation je nach Lage des Hauses und den verschiedenen baulichen Faktoren rund CHF 3'000.- bis CHF 4'000.-. Eine nachträgliche Realisierung ist meist möglich, aber aufwändiger und die Kosten sind oft doppelt so hoch. Diverse Gebäudeversicherungen unterstützen Sie mit Beiträgen bei der Installation von normenkonformen Blitzschutzsystemen.

Ist es sinnvoll, nur Überspannungsstecker zu installieren?

Normalerweise werden diese Schutzgeräte im Rahmen des oben beschriebenen abgestuften Überspannungs-Schutzes an dritter Stelle eingesetzt. Die alleinige Verwendung solcher Stecker ist demnach eingeschränkt, wobei etwas Schutz oft besser ist, als gar keiner. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Stecker eine gute Qualität aufweisen und lassen Sie sich beraten.

Zusätzliche Tipps in Gebäuden ohne Blitzschutzsystem

  • Lassen Sie einen Überspannungsschutz bei der Stromzufuhr installieren.
  • Ohne Überspannungsschutz können Sie die Ihnen wichtigen Geräte in beschränktem Masse durch einen Überspannungsstecker –bzw. Leiste schützen. Oder ziehen Sie bei aufkommendem Gewitter einfach die Stecker Ihrer wichtigsten elektrischen Geräte heraus. Und zwar nicht nur die Stromstecker, sondern auch jene der Antennen-, Telefon- und Datenleitungen.
  • Meiden Sie den Kontakt mit metallenen Leitungen, die von aussen ins Haus führen wie beispielsweise Gas- und Wasser-, Kabelfernseh- und Stromleitungen, Antennenkabel sowie alle Elektroinstallationen.  
  • Verzichten Sie aufs Duschen und Baden. Ein Blitz kann sich über die Wasserrohre der Badewanne oder Dusche entladen.
  • Führen Sie keine Telefonate über das Festnetz-Telefon. Ihre Gespräche über das Handy sind gefahrlos möglich.
  • In der Mitte des Raumes ist es während eines Gewitters für Sie am sichersten. Schutz bieten Ihnen auch Autos, Eisenbahnwagen oder Campingwagen.

 

 

Weitere Informationen

Im Freien ist es während Gewittern lebensgefährlich. Suchen Sie daher rechtzeitig Schutz in einem Gebäude oder Fahrzeug auf. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung hat einen Ratgeber erstellt, der aufzeigt, wie Sie sich im Freien vor Blitzschlag schützen können.
Ratgeber schutz vor Blitzschlag

Informationen zu Blitzschutzsystemen an Gebäuden sowie viele weitere Infos zu Blitzen finden Sie in der Broschüre von Electrosuisse.
Blitze, So können sie sich schützen

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